Warum sich die ARD um GIGA kümmern muss
Von Sebastian am 20. Februar 2009 - Keine weiteren VerdattertenSeit fast einer Woche befindet sich die Community von Giga.de im Kampf um den Erhalt ihres Senders.
Was ich von den unzähligen Petitionen und Spendenaufrufen halte habe ich ja bereits gesagt, aber eine Initiative ist bemerkenswert und hat sich auch als “Flagschiff” etabliert. Endlich! Dabei geht es um den Aufruf an die ARD GIGA zu übernehmen und in ihren Sendebetrieb zu integrieren.
Hier kann man sich dazu eine Mustermail besorgen und an zured [at] daserste.de senden! Das tut nicht weh, führt aber dazu dass die Mail entsprechendes Gewicht bekommt und dort zumindest zu Ende gelesen wird (bzw. wurde!).
Auch um den Sendeplatz haben sich die Initiatoren bereits Gedanken gemacht: Die sendefreie Zeit des KiKa von 20 bis 24 Uhr. Das würde alles passen und die ARD ist ja auch nicht auf Profit angewiesen (was das Programm oft genug beweist), daher greifen meine letzten Argumente hier nicht mehr.
Die ARD ist wie zu erwarten von der Plötzlich- und Heftigkeit der Anfrage überfordert, will aber am 20.02. ein Statement dazu abgeben.
Die Idee hat aber noch eine andere “Brisanz”. Im “Niedersachsenurteil” des Bundesverfassungsgerichts von 1986 zur Aufgabe des öffentlich rechtlichen Rundfunks heißt es:
Die Grundversorgung umfasst “die essentiellen Funktionen des Rundfunks für die demokratische Ordnung ebenso wie für das kulturelle Leben in der Bundesrepublik. Darin finden der öffentlich-rechtliche Rundfunk und seine besondere Eigenart ihre Rechtfertigung”. Grundversorgung ist eindeutig nicht als Minimalversorgung zu verstehen, sondern schließt die gesamten Programmangebote in den Bereichen Bildung, Information und Unterhaltung ein, bestätigt damit den umfassenden “klassische(n) Auftrag” der Rundfunkanstalten.
In dem Zusammenhang fallen die Begriffe “kulturelles Leben”, “Rechtfertigung” und “Information und Unterhaltung” auf.
Für mich liest sich das so, als wären die öffentlich rechtlichen geradezu verpflichtet, ein GIGA ähnliches Format aufzunehmen, wenn es denn relevant für das kulturelle Leben in der BRD ist. Machen sie das nicht, gefährden sie ihre Berechtigung (oder auch Rechtfertigung) für die öffentlich rechtlichen Gebühren. Über das Thema wurde schon lange und ausgiebig gestritten und das kann man auch noch beliebig weiterführen.
Weiter liest sich da noch:
Der Begriff der Grundversorgung ist zudem gegenständlich und zeitlich offen sowie dynamisch.
Na bitte! Ein relevanter – und neuer – Bestandteil der deutschen TV-Landschaft fällt weg, es entsteht ein Loch und man könnte meinen, die öffentlich rechtlichen sind fast verpflichtet die Lücke zu füllen.
Es bleibt abzuwarten ob die Themen, die bisher von GIGA bedient wurden , als so bedeutungsvoll angesehen werden. Wenn nicht bis morgen, dann aber doch vielleicht in naher Zukunft. Was ich befürchte sind in dem Zusammenhang wieder unqualifizierte Äußerungen über die Verdummung durch Computerspiele oder die allgemeine Gewaltbereitschaft einzig und allein durch den Konsum von “Killerspielen” – und so was wolle man ja in keinster Weise fördern.
Schauen und hoffen wir mal – morgen sind wir schlauer.
Dazu haben noch geschrieben:
- Basicthinking
Nicht mehr von Robert, aber immer noch mit eigener Meinung - Fernsehen-aktuell
Ist auch ein Freund der Aktion - Teo-Net
Fragt ob Fernsehen und Computer zusammenpassen – wohl eine zentrale Frage - Rumgesabbelt
-> GIGAntische Rettungsaktion - Scatterd
Hinterfragt auch die anderen Aktionen, zollt dieser aber Respekt und stellt eine Umfrage zum Thema (aktuell 274 Antworten).


Auch verdattert?