Verdattert

Aus dem Gleichgewicht und wieder zurück!

[Verdattert]

aus dem Gleichgewicht/der Fassung gebracht, außer Fassung, [baff] erstaunt, bestürzt, durcheinander, entgeistert, fassungslos, ...
Quelle: Duden

 

Mein Fazit: Der 3. DEE-Firmenlauf in Stuttgart

Von Sebastian am 17. September 2010 - 9 Verdatterte

Laaange hatte ich keinen Grund mehr so verdattert zu sein. Nach gestern ist es aber nun an der Zeit, hier mal wieder etwas zu schreiben. Anlass ist der wunderbare und von mir trotz aller aktuellen Widrigkeiten erfolgreich absolvierte 3. DEE-Firmenlauf in Stuttgart. DEE ist dabei nicht zu verwechseln mit der Gutmenschen-Hupfdohle von Pro7, sondern ist – wie ich gelernt habe – ein Sportausrüster, der sich mit der gestrigen Veranstaltung tief in meine Sportlerseele eingebrannt hat.

Hier also mein Fazit…
Ein Hinweis vorab: Der Text ist äußerst ironisch. Bitte alles ins Gegenteil verkehren ;)

Mit dem DEE-Firmenlauf gelang den Organisatoren gestern die erste Sportveranstaltung mit mehr als 5.000 Freizeitsportlern im deutschen Raum. Da es solche Veranstaltungen bisher noch nie gegeben hat, kann den Veranstaltern nur Lob und Dank ausgesprochen werden, sich an dieses Experiment gewagt zu haben. Sie haben es mit Bravour gemeistert:

Schon bei der Ankunft wurde man von hilfreichen Hinweisschildern empfangen, die einem die richtige Richtung zu Taschenaufbewahrung und Start wiesen. Obwohl nur wenige Sportler mit der Bahn anreisten, hatte man auch für diese Exoten keine Mühen gescheut. Schnell und zügig fand man die bereitgestellten und gut beschilderten Busse und konnte seine Taschen abgeben. Schon dabei wurde klar: Hier waren Profis am Werk, die sich ein ausgeklügeltes System zur Ablage der abgegebenen Rucksäcken, Sporttaschen, Sportbeuteln und Aktenkoffern überlegt hatten.

Schnell fand man dann auch den Weg zur Startaufstellung. Auch hier waren wieder gut lesbare Schilder angebracht. Zur besseren Lesbarkeit hatte man sich für Schilder in Signalfarben entschieden, die jeweils auf Stangen angebracht waren. So konnten alle Teilnehmer auch im dichten Gedränge des Startbereichs erkennen, wo man sich einsortieren musste.
Der Startbereich war mit Absperrgittern sehr gut und logisch eingeteilt worden. Ja sogar an eine Startreihenfolge hatte man gedacht, um den sportlich orientierten Läufern einen guten Lauf zu ermöglichen. Alle, die die knapp 5,7km in weniger als 42 Minuten schaffen wollten – ich nenne Sie ehrfurchtsvoll “Sprinter” – sollten sich im ersten Startblock aufstellen. So war sichergestellt, dass diese kleine Gruppe der sehr ambitionierten Läufer nicht vom Großteil der deutlich langsameren Läufer auf der Strecke behindert würde.

Durch die eben bereits erwähnte übersichtliche und logische Absperrung und die gut sichtbaren Schilder fand man sich schnell am richtigen Startpunkt ein. Wären wichtige Durchsagen nötig gewesen, hätte man diese Dank der im gesamten Startbereich verteilten Lautsprecher überall hören können. Die motivierend eingespielte Musik sorgte für ein prickelndes Startgefühl und gute Stimmung im Startblock.
Dank der vorausschauenden Absperrung der ersten 500 Meter der Laufstrecke konnte Punkt 18 Uhr der Startschuß erfolgen. Durch die überlegt aufgestellten Absperrungen ging der Start äußerst zügig vonstatten.

Für die Zeitmessung wurden Erfassungskabel über die Start- und Ziellinie geführt, über die weitläufig dicke Matten gelegt wurden. So wurden Stolperer an den Kabeln oder an sonstigen Buckeln mehr oder weniger ausgeschlossen. Die anfeuernden Moderatoren hatten einen Standort direkt am Rand der Startlinie und behinderten so keinen der Läufer.

Auf der Strecke machte sich dann bezahlt, dass man die Sprinter in den ersten Startblock einsortiert hatte. Auch wenn die Strecke größtenteils so breit war, dass dies nicht nötig gewesen wäre, konnte jeder Läufer ungestört sein Tempo laufen. Es kam zu keinen Remplern und nur selten mussten schnellere Läufer den langsameren ausweichen. Dafür war aber auf der Strecke Platz genug, so dass kein Läufer über Wald- und Wiesenflächen ausweichen musste, wo man sich sicherlich die ein oder andere Verletzung hätte zuziehen können. Hier wurde mir dann klar, wie sehr ich mich darauf freue wenn im nächsten Jahr vielleicht noch mehr Läufer dieses tolle Event besuchen und es vielleicht dann etwas voller auf der Strecke sein würde.

So vergingen die 5,7km sehr entspannt und ich erreichte absolut in meiner Planzeit das Ziel. Dort war ich dann wirklich froh, dass ich auf der Strecke immer ungestört mein Tempo laufen konnte. Wie gut, dass ich mich nicht zu den Sprintern sortieren konnte. Schneller als 42 Minuten für 5,7km … für einen Freizeitsportler wie mich fast unverstellbar. Alle Läufer um mich herum erreichten ebenso entspannt das Ziel. So waren auch wieder die Matten über den Erfassungskabeln unnötig. Aber gut zu wissen, dass sie da gewesen wären, wenn erschöpftere Läufer vielleicht eher taumelnd das Ziel erreicht hätten. Selbst ein Sturz wäre auf den Matten nicht sehr schmerzvoll gewesen. Im weitläufig gestalteten Zielbereich wurden man von den überlegt am Rand stehenden Moderatoren empfangen und sofort von weiteren Betreuern vom Zielbereich weggeführt. Auch hier wollte man vermeiden, dass die weiterhin sportlich im Ziel ankommenden Läuferinnen und Läufer behindert wurden.

Weiterhin wurde man im Zielbereich für das entrichtete Startgeld von 18 EUR nahezu könglich bewirtet. Ein großes Lob den Veranstaltern für die Bereitstellung von auch heißen Getränken. Zwar war es äußerst sonnig, warm und windstill – es zeigt aber wieder, dass hier Profis am Werk waren.

Auch bei der Rückgabe der Taschen hatte man sich auf schlechtes Wetter eingestellt und durch das gute System der Ablage konnte jedem Sportler unverzüglich seine Tasche ausgehändigt werden. Zwar war die Nachfrage auch hier auf Grund der guten Bewirtung und des warmen Wetters gering. Es freute aber zumindest die Sportler, die es eilig hatten nach Hause zu kommen.

Die Heimfahrt war dann auch entsprechen unproblematisch. Der SSV hatte Sonderlinien eingerichtet, die trotz der äußerst schnellen Abfertigung im Zielbereich  bis spät in den Abend fuhren.

Alles in allem eine tolle Veranstaltung. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sowas vorher in Deutschland noch nicht gegeben hat. Es bleibt zu wünschen, dass sich viele Veranstalter von geplanten ähnlichen Veranstaltungen ein Beispiel am 3. DEE-Firmenlauf in Stuttgart nehmen. Ich freue mich wirklich auf das nächste Jahr, wenn sich die überlegte Organisation mit sicherlich noch mehr Teilnehmern richtig auszahlt.

Welche Ehre auch für alle Sponsoren, an einem solchen Event beteiligt zu sein. So konnte das Startgeld mit 18 EUR sehr gering gehalten werden. Dafür werden die Sponsoren bei allen Teilnehmern in guter Erinnerung bleiben.
Hier findet Ihr eine Liste der Sponsoren und Partner.

Wer das Glück hatte gestern dabei gewesen zu sein, der weiß wohl wie es wirklich war und denkt sich seinen Teil.
Alle anderen: Bitte verkehrt diesen Text bloß nicht in sein Gegenteil.

Viele Grüße von Eurem immer noch verdatterten Sebastian!

Ach: Und wenn man keinen sportlichen Charakter einer solchen Veranstaltung möchte und kein “Wettkampf”, dann soll man bitte auf die Zeitmessung verzichten – oder es halt wie einen Wettkampf ausrichten.

[Update]
Inzwischen habe ich auch den Organisator ausfindig gemacht. Es ist der WLV. Dort habe ich mich dann auch mal in konstruktiver Kritik im Forum geübt.
Sollte der Link nicht mehr funktionieren, findet ihr hier einen Screenshot:

Weitere Meinungen dazu gibt es auch bei Maith.

9 Verdatterte zu “Mein Fazit: Der 3. DEE-Firmenlauf in Stuttgart”

  1. Dieser Text ist ja bezahlt geschönt bis zum Letzten…

    18 Euro? Da gibt es Marathons die billiger waren. Das ist jetzt der dritte Firmenlauf und jedes Mal wurde die Organisation schlechter… In Deutschland gibt es ständig Läufe von dieser Größenordnung…

    Die pünktliche Anreise (also dass man 1 Stunde vorher in der Masse zur richtigen Zeit stehen konnte) war nicht möglich, weil die Bahnen vollgestopft waren. Wir wurden rausgeschmissen und vertröstet, dass Sonderzüge fahren würden. Pustekuchen. Eine halbe Stunde später kam die nächste volle Bahn.

    Die Staffelung war nach 10 Minuten total egal, weil auch die letzte Schnarchnase ganz vorne stehen musste. Ist halt was deutsches/schwäbisches, egal wie schlecht ich bin, ich achte nur auf mich selbst..

    System der guten Ablage? Da ich so spät kam, wurde meine Tasche einfach in den Bus geknallt. Bei der Rückgabe war nur eine von 3 Türen offen und ich musste 20 Minuten in klattschnassen Sachen auf meinen Rucksack warten.

    Der Start verzögerte sich auch um 10 Minuten, weil irgendeine Hupfdohle zu spät kam, da stehen 5000 Läufer wie Presswürste und die beiden Moderatoren-Hampelmänner klopfen sprüche… Loveparade-Feeling sag ich nur, weil auch ständig Leute weiter nach vorne wollten, obwohl nichts mehr ging… Die Lautsprecher im Startbereich waren übrigens ausgefallen…

    Der Zielbereich war überhaupt nicht leer und weggeführt wurde hier vielleicht nur die gute Laune oder die Freude über das Ergebnis, weil ALLE gleich zum ersten Getränkestand sind und es eine riesige Traube gab. Weitläufig sieht anders aus.

    Ich konnte mein Tempo nicht ungestört laufen, weil Trantüten, die halt ganz vorne stehen mussten dann zu fünft nebeneinander laufen mussten. Ich war ständig am Ausweichen, musste im Wald oder in der Abwasserrinne laufen. Kontinuierliches Tempo war nicht möglich.

    Also entweder warst du nicht dabei oder du musst durch deine rosarote Brille nichts gehört haben…

    Dieser Lauf war ein Fail und das sage ich nicht, weil ich auf Teufel-komm-raus eine gute Zeit laufen wollte, sondern nur mein Tempo und dabei Spaß haben wollte. War einfach nicht drin…

    Maith

  2. Hi Maith,

    sorry, ich hoffte die Ironie würde rüberkommen. Ich war gestern so sauer, dass ich dachte ich verkehr meine Eindrücke einfach mal ins Gegenteil.

    Ich kann Deine Eindrücke voll und ganz bestätigen und werde glaub ich noch einen Hinweis ergänzen.
    Ich bin froh dass Du auch so ausführlich Deine Meinung geschrieben hast!

    Sebastian

  3. Oh ok sorry… ich war auf den Voll-Ironie-Modus nicht vorbereitet… vor allem auf Blogs kann man da ohne Hinweis leicht drüber stolpern, wie mir passiert. Sorry.

    Ich hatte mich schon sehr darüber gewundert, kann mir aber auch vorstellen, dass es Leute gibt, die es tatsächlich so empfunden haben, wie von dir beschrieben… Danke für die Aufklärung!

    Maith

  4. Ahoi Zusammen,

    ich war mir erst auch nicht sicher ob das wirklich ernst gemeint ist!
    Das war gestern der schlechteste Lauf an dem ich je teilgenommen habe.

    Inzwischen ist mir aber klar dass das hier ironisch ist und das ist auch gut so.
    Ich bin sogar im Ziel gestürzt weil diese Pfeife von Kommentator MITTEN auf der Straße stand. In der Firma haben wir schon ausgemacht, dass wir nächstes Jahr nicht nochmal mitmachen. Da suchen wir uns lieber was anderes …

    In diesem Sinne
    Markus

    Laufnarr

  5. So eine Aufklärung ist auch gaaaanz wichtig für’s SEO… weil jemand der von ner Suchmaschine kommt oder nur eine Zusammenfassung oder zusammengekürzte Version liest, könnte so in die Irre geführt werden wie ich ;)

    Maith

  6. Hallo Sebastian,

    meine Eindrücke kennst Du ja aus meinem Kurzbericht. Nun habe ich Deine Eindrücke gelesen und muss sagen, dass wir zwei vollkommen unterschiedliche Veranstaltungen erlebt haben.

    Ich denke, das liegt daran, dass ich erstens vor dem Start sehr früh dran war und nichts von den Problemen mitbekommen hab. Beschilderung hab ich nicht vermisst weil ich mich da oben recht gut auskenne. Zweitens hab ich mich eben vorne in den Block der sub42er reingestellt, wodurch ich von Anfang an mein Tempo laufen konnte.

    Da vorne standen natürlich dennoch sehr viele Läuferinnen, die eher deutlich über 50 Minuten für die 10 km brauchen. Ob beschilderte Startblöcke da helfen bezweifel ich allerdings.

    18 Euro Startgeld ist natürlich auch frech, das wusste ich nicht, weil es bei uns gesponsort wurde.

    Nun gut, jedenfalls kann ich Deinen Ärger nachvollziehen, ich wäre wohl genau so verärgert, hätte ich die Veranstaltung an Deiner Stelle erlebt.

    Gruss Holle

    Holle

  7. Hi Holle,

    vielen Dank für Deine Ergänzungen.
    Ich glaube die Unterschiede zwischen “leerem” Gelände und vollem Gelände ist einer der Hauptursachen für viele der eher schlecht wahrgenommenen Ärgernisse.

    Als die Schilder an den Absperrungen angebracht wurden als noch keiner/ wenige Leute da waren, waren die sicher gut zu sehen und auch Schilder braucht man eher weniger, wenn man sich auf dem Gelände auskennt.

    Ich weiß selber aus leidvollen Jahren in der Orga, wie arg man sich bei sowas vertut und bei Problemen auch erst meint “Wieso klappt denn das und das nicht, ist doch logisch dass …”.

    Ist es eben leider nicht wenn da erst mal >5.000 Menschen rumlaufen, die auch nicht alle vollständig mitdenken. Ich bin z.B. schon mehrfach den Köln-Marathon gelaufen und muss sagen: Das klappt das bestens. Auch bei der Einsortierung in Startfelder usw. Es wird aber auch von Anfang an anders organisiert.

    Dann bin ich 2001 den Bonn-Marathon gelaufen und es war der erste Marathon in Bonn mit scheinbar ebenfalls einem ungeübten Organisationsteam. Da gab es ähnliche Fehler wie gestern – aber nicht ganz so arg da wohl doch ein paar Profis die wichtigsten Dinge geregelt hatten.

    Meine Kritik kommt wirklich daher, dass es ja ein “einmaliges” Event für Stuttgart ist und immerhin den Stadtnamen im Titel trägt. Dann ist es auch wirklich nicht günstig und dann gehe ich einfach davon aus, dass sich Profis um die Organisation kümmern, die Erfahrung damit haben wie sich eine “Menschmasse” (es waren ja “nur” 5000 – Gott sei Dank nicht mehr) verhält und was es dabei zu berücksichtigen gibt.

    Schon als ich von der Haltestelle U7 Waldau hoch kam, dachte ich mir: “Oh ha, hoffentlich gibt das keine Probleme wenn man von hier so einfach zum Start vorlaufen kann”. Oder “Wo muss ich denn jetzt lang wenn ich nicht direkt zum Start (von vorne drangelaufen), sondern erst mein Zeug loswerden will?”
    Dass nur an der Startlinie zwei mikrige Boxen standen, war wirklich nur das kleinste Problem. Wo ich mir auch dachte, dass die beiden Boxen sicherlich “gewaltig” aussehen wenn man da ganz alleine vorsteht … aber bei 5.000 Menschen, die sich ein einer Reihe von sicherlich 400 Metern aufstellen (wenn das denn geklappt hätte), reicht es halt nicht zwei kleine Boxen an der Spitze der Schlange zu haben.

    Das sind aber alles Dinge, die man wissen sollte wenn man so ein Event für 18EUR/Nase für eine Stadt organisiert. Dazu kommen ja noch die Sponsorengelder und ich weiß nicht, ob die Stadt für Sperrung, Polizeiservice, Rettung, Müllabfuhr so viel Geld nehmen wollte/sollte, wenn es ja DAS Stadtevent ist.

    Sollte es bei dem Firmenlauf nur darum gehen, Geld einzunehmen, sollte man sich diese Veranstaltung wirklich gut überlegen …

    Sebastian

  8. [...] sdsdsdsdsd [...]

    Test123 | elektrodampf GmbH

  9. [...] Und wieder linke ich zu meinem eigenen Blog [...]

    Test1232 | elektrodampf GmbH

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