Unfassbar! Es gibt wirklich noch Dinge die mich mehr als verdattern.
Da fragt ein angehender Blogger extra bei der Stadt Augsburg an, ob er und ein paar Freunde unter der Domain augsburgr.de ein bisschen bloggen dürfen. Über sich, ein bisschen Technik, ein bisschen dies, ein bisschen das und natürlich über Augsburg wollten die Jungs schreiben. Ob es nun eine “Anfrage” war oder ob man der Stadt kurz sagen wollte, was man tut mit der Bitte, sich doch zu regen sei mal dahingestellt. So oder so eigentlich ein vorbildhaftes Verhalten … sollte man meinen.
Edit: Netzpolitik.org hat den vermeindlichen Orginaltex:
“Wir haben die Domain augsburgR.de im Internet registriert. Um juristische Probleme mit der Stadt Augsburg zu vermeiden, bitten wir um eine schriftliche Genehmigung, diesen Namen verwenden zu dürfen”
Was macht die Stadt? Sie schickt erstmal eine Abmahnung und direkt danach noch die Rechnung für 1.890 EUR hinterher. Toll.
Dazu befragt sagt dann ein Sprecher der Stadt
“Wir halten den angesetzten Streitwert von 50.000 Euro für sehr moderat.”
Wie gesagt: “ein bisschen über Technik, ein bisschen dies, ein bisschen das und natürlich über Augsburg” wollten die Jungs schreiben. Wenn das > 50.000 EUR, dann bin ich wohl noch nicht so ganz im Netz angekommen.
Warum reicht übrigens kein einfaches: “Nein, die Verwendung des Namens ist uns nicht Recht. Bitte verstehen Sie, dass uns daran gelegen ist den Begriff Augsburg und ähnliche Schreibweisen nur mit der Stadt an sich zu verbinden. Bitte geben Sie die Domain wieder frei oder wenden sich an xyz um die Domain an uns zu übertragen. Wir wünschen ihnen aber trotzdem bli bla blubb …”?
Der arme Kerl tut mir leid und dazu bin ich mir sicher, dass – wenn er nicht gefragt, bzw. informiert hätte – niemand aus dieser vorbildlich mit dem Internet umgehenden Stadt die Domain augsburgr.de je gefunden hätte …
Die Piraten haben bereits ihre Unterstützung angeboten. NebenNetzpolitik.org schreibt auch Dennis über den “Fall ausgburgr.de” und bei eisy wird auch schon diskutiert.
Ich tippe jetzt glaub ich auch mal kurz was an die Stadt Ausgburg :/ Wem es auch in den Fingern juckt: http://www.augsburg.de/index.php?id=1852
Update 25.11.2009:
Inzwischen hat die Stadt Augsburg reagiert. Nach einer Vielzahl von Mails an die Stadtverwaltung werden die Abmahnkosten nun nicht mehr in Rechnung gestellt.
Der OB betont zwar, dass das Vorgehen rechtlich absolut korrekt gewesen wäre, er hätte sich aber ein bisschen “mehr Fingerspitzengefühl gewünscht. So sollte man nicht mit Bürgern der Stadt umgehen”. So der OB und Recht hat er … und mit anderen Bürgern übrigens auch nicht.
Ich freue mich über das Ergebnis und kann mir gut vorstellen, wie überrascht man in der Stadtverwaltung über das wohl doch ansehnliche Medienecho war.